Anstellung

Was passt zu mir? – Anstellung in der vertragsärztlichen Versorgung

Die Selbstständigkeit hat viele Vorteile. Sein eigener Herr zu sein, wer wünscht sich das nicht. Eine Praxis zu führen, bedeutet aber nicht nur ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Flexibilität, sondern auch hohe Investitionskosten und wirtschaftliche Verantwortung. Für Ärzte, die das nicht wollen, aber trotzdem ambulant tätig sein möchten, bietet die Anstellung eine gute Alternative.

Angestellt in der Praxis oder im MVZ

Seit Umsetzung des Vertragsarztrechts-Änderungsgesetzes (VÄndG) im Jahr 2007 gibt es deutlich mehr Möglichkeiten für Anstellungsverhältnisse: Eine angestellte Tätigkeit als Arzt oder Psychotherapeut ist sowohl in einem Medizinischen Versorgungszentrum als auch in einer ganz normalen Arztpraxis möglich. So arbeiten derzeit über 7.000 Ärzte als angestellte Ärzte in freier Praxis und rund 8.000 angestellt in MVZ.

Darüber hinaus ist es auch möglich, sich von zwei unterschiedlichen Arbeitgebern (z. B. von einem niedergelassenen Arzt und von einem Krankenhaus) anstellen zu lassen.

In einem gesperrten Planungsbereich haben Ärzte und Psychotherapeuten die Möglichkeit, sich von Kollegen derselben Fachrichtung anstellen zu lassen. Hierbei darf der Leistungsumfang der Praxis jedoch nicht wesentlich vergrößert werden.

Vorteile der Anstellung

Die Tätigkeit als angestellter Arzt oder Psychotherapeut bietet den Vorzug eines regelmäßigen Gehaltes sowie die allgemeinen gesetzlichen Regelungen zu Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld für Angestellte. Zudem kann so im ambulanten Bereich der Beruf ohne finanzielles Risiko ausgeübt und damit die Niederlassung „getestet“ werden.

Für Freiberufler bieten sich durch die Flexibilisierung des Vertragsarztrechts ebenfalls Vorteile: Wer zeitweise oder auch dauerhaft seine Tätigkeit aufgrund seiner familiären Verpflichtungen in der Praxis reduzieren oder sein Praxisspektrum erweitern möchte, kann für diese Zeit einen Kollegen anstellen – Teilzeit oder Vollzeit.

Einen Punkt gilt es hierbei zu beachten: Während ein Arzt oder ein ärztlicher Psychotherapeut auch einen psychologischen Psychotherapeuten anstellen kann, ist dies aufgrund von rechtlichen Vorgaben der Berufsordnung umgekehrt allerdings nicht möglich.

Angestellt und an einem anderen Standort im Einsatz

Ärzte und Psychotherapeuten können – unter Berücksichtigung der Bedarfsplanung – auch an weiteren Orten innerhalb und außerhalb des Gebietes der Kassenärztlichen Vereinigung arbeiten und dort auch Kollegen anstellen. Dabei ist es beispielsweise möglich, dass der angestellte Arzt bzw. Psychotherapeut allein in einer Filiale tätig wird, was unter Umständen ebenfalls unter dem Gesichtspunkt der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf interessant sein kann.

Infotipp: