Erleichterungen für Familien seit 1.1.2012

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat sich beim Gesetzgeber dafür eingesetzt, dass Beruf und Familie für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten besser miteinander vereinbart werden können. Viele Forderungen wurden in das Versorgungsstrukturgesetzes, das am 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist, aufgenommen. Das Ergebnis: Niedergelassene mit Kindern sowie mit pflegebedürftigen Angehörigen werden erheblich entlastet.

Vertretungsregelung

Niedergelassene Ärztinnen haben seit 2012 die Möglichkeit, sich nach der Geburt ihres Kindes bis zu ein Jahr in der eigenen Praxis vertreten zu lassen. Zuvor war der Zeitraum auf bis zu sechs Monate begrenzt. Bei Vertretungen, die für mehr als drei Monate erfolgen, muss dies vorher bei der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) beantragt und von ihr genehmigt werden. Für kürzere Zeiten reicht eine entsprechende Mitteilung an die KV.

Entlastungsassistenten

Zur Unterstützung in der Praxis kann – zeitlich befristet – ein sogenannter Entlastungsassistent beschäftigt werden. Nach Geburt eines Kindes kann dieser bis zu 36 Monate in einer Praxis tätig sein. Betreut ein Arzt pflegebedürftige Familienmitglieder, kann der Einsatz eines Assistenten über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten erfolgen. Die Genehmigung erteilt die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung.

Besetzung von Vertragsarztsitzen

Neu ist auch, dass bei der Besetzung von Vertragsarztsitzen in gesperrten Planungsbereichen die Familien- und Betreuungszeit, die ein Niedergelassener absolviert hat, bei der Wartezeit nach einem freien Arztsitz angerechnet wird.

Residenzpflicht

Im Zuge des Versorgungsstrukturgesetzes ist die Residenzpflicht für Niedergelassene aufgehoben. Sie können somit auch deutlich von ihrer Praxis entfernt wohnen, beispielsweise in der Stadt, und zu ihrer auf dem Land gelegenen Praxis pendeln.