„Eine Praxis wäre wie ein fünftes Kind“

Mei-Lin Tung (44)
zwei Facharzttitel,
angestellt im MVZ in Berlin,
alleinerziehende Mutter von vier Kindern.

Mei-Lin Tung arbeitet seit einigen Monaten im Schmerzzentrum Berlin, einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Vor und während des Studiums hat die Ärztin mit den Fachgebieten Allgemeinmedizin sowie Physikalische Medizin ihre ersten beiden Kinder bekommen, zwei weitere folgten.

Nach der Trennung von ihrem Mann hat sie zunächst im Krankenhaus als Vertretung im Nachtdienst gearbeitet. Damals, vor zehn Jahren, hätte sie sich eine staatlich unterstützte Kinderbetreuung gewünscht. „Im Bezirksamt wurde mir gesagt, das wäre mein Privatvergnügen“, erinnert sie sich. Im Berufsleben hat sie die Erfahrung gemacht, wie wichtig es ist, konsequent zu sein: „Wenn man nach sorgfältiger Abwägung entschieden hat, nur in Teilzeit zu arbeiten, dann sollte man sich auch nicht zu mehr überreden lassen.“

Im MVZ kann sie sich ihre Arbeit nach ihren Wünschen einteilen. Nicht zuletzt wegen der Kinder hat Mei-Lin Tung sich für die Anstellung entschieden.

„Wenn man sich selbstständig macht, ist das gerade in den Anfangsjahren sehr zeit- und arbeitsintensiv. Auch die finanzielle Belastung ist ein erhebliches Risiko. Ich kenne das Argument, dass man als niedergelassene Ärztin unabhängiger entscheiden kann, wann und wie man arbeitet. Aber für mich wäre eine Praxis wie ein fünftes Kind. Die Anstellung ist da einfach kalkulierbarer “, sagt sie.

Einen Tipp gibt sie allen Ärzten auf den Weg, egal ob selbstständig oder nicht: „In erster Linie sollte die Arbeit Spaß machen. Auf jeden Fall sollte man seine Stelle sorgfältig nach dem Chef aussuchen: Einem Chef, für den die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern der auch meine Schwierigkeiten flexibel und tatkräftig mitlöst. Beides ist bei mir der Fall.“

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