„Es ist falsch, den Dienstplan über alles zu stellen“

Dr. Jan-Peter Jansen (54)
Anästhesist,
leitet ein MVZ mit 40 Mitarbeitern, Berlin.
 

„Mitarbeiter, die sich um ihre Kinder kümmern, dürfen nicht das Gefühl haben, benachteiligt zu werden.“ Das sagt Jan-Peter Jansen, der als Chef des Schmerzzentrums Berlin ein freundschaftliches, fast schon familiäres Verhältnis zu seinen Angestellten pflegt.

Ihm ist es wichtig, ein Klima zu schaffen, in dem die Mitarbeiter sich gegenseitig helfen – auch im Sinne der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Natürlich störe es den Ablauf, wenn ein Mitarbeiter kurzfristig wegen Erkrankung des Kindes ausfalle und ein Kollege ihn vertreten müsse, gibt er zu. Aber keiner sei deshalb auf den anderen böse. „Das ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Nächstes Mal springt dann eben wieder der andere ein“, berichtet Jansen.

Und sollten die Bedürfnisse dann doch einmal zu sehr kollidieren, könne immer noch seine Praxismanagerin vermittelnd eingreifen und die Planung in die Hand nehmen. Wichtig sei, das Ganze positiv zu vermitteln – auch gegenüber den Patienten: „Denen sagen wir: ‚Die Frau Doktor ist heute zwar krank, aber dadurch haben Sie die Möglichkeit, auch einmal die Meinung eines anderen Arztes zu hören'“, erklärt der Anästhesist.

Er weiß, dass eine kleine Praxis es schwerer hat, wenn ein Mitarbeiter plötzlich ausfällt, als ein MVZ mit einem ganzen Personalpool. Trotzdem sei es falsch, den Dienstplan über die menschliche Befindlichkeit zu stellen, meint Jansen: „Wenn ich schon mit dem Schiff auf hoher See bin und mich jedem Wetter aussetzen muss, dann möchte ich wenigstens, dass die Mannschaft zusammenhält.“

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