Mehr Familienzeit durch weniger Bereitschaftsdienste

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein
freiwillige Bereitschaftsdienste,
Elternzeit ohne Verlust der Zulassung.

In Schleswig-Holstein haben niedergelassene Ärzte mehr Zeit für ihre Familien, denn die 50- bis 60-Stunden-Woche mit sehr vielen Bereitschaftsdiensten in den Nächten und am Wochenende gehört hier der Vergangenheit an.

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) hat dazu den ärztlichen Bereitschaftsdienst attraktiv umgestaltet, um die Arbeitsbedingungen insbesondere für Ärzte in ländlichen Gebieten, die oft unter einer hohen Arbeitsbelastung durch Notdienste litten, zu verbessern.

Ärzte können nun Bereitschaftsdienste übernehmen, sie müssen es aber nicht. Ein weiterer Vorteil: Nimmt ein Arzt am ärztlichen Bereitschaftsdienst teil, so sind seine Dienstzeiten drei Monate im Voraus festgelegt und langfristig planbar. Die Dienstzeiten können außerdem familienfreundlich gestaltet werden.

Der Arzt erhält zudem ein festes Honorar für die Teilnahme am Bereitschaftsdienst, so dass er bereits bei der Diensteinteilung weiß, wie viel Honorar er später bekommt. In Schleswig-Holstein ist der Bereitschaftsdienst über eine einheitliche Telefonnummer und über feste Anlaufpraxen, die meist an Krankenhäuser angeschlossen sind, organisiert.

Außerdem gibt es einen fahrenden Dienst. Eine Leitstelle mit medizinischem Fachpersonal koordiniert die gesamten Abläufe. Auch diese Struktur entlastet die Ärzte, denn weder der diensthabende Arzt, noch seine Familienangehörigen müssen sich um die Koordination der eingehenden Patientenanrufe kümmern.

Die KVSH gehört außerdem zu den wenigen KVen, die eine Regelung zur Elternzeit haben. Niedergelassene Ärztinnen und Psychotherapeutinnen können sich nach der Geburt eines Kindes bis zu drei Jahre lang in ihrer Praxis vertreten lassen, ohne ihre Zulassung zu verlieren.

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2 Kommentare zu Mehr Familienzeit durch weniger Bereitschaftsdienste

  1. Dr. med. Siegfried Zieroth sagt:

    Lächerlich, dass das Saarland hier als Beispiel genannt wird: Ich bin als Neurologe für 27 allgemeinärztliche Notfalldienste in einem Ortsteil von Saarbrücken eingeteilt, für die es keinerlei Bereitschaftspauschale gibt. In der Innenstadt machen die Fachkollegen keine Dienste.

  2. jüngerer Landarzt aus Rheinland-Pfalz sagt:

    Da es eine Umlage gibt, die in RLP derzeit 270€ pro Monat ist, damit 810€ pro Quartal (Tendenz wohl eher steigend) kann man es sich als gerader junger Arzt nicht leisten keine Dienste zu machen. Man muß also erst mal Dienste machen um auf „0“ zu kommen. Dann verdient man erst etwas. Dazu konnte ich vor den BDZs meine Dienste zu Hause machen, was viel Familienfreundlicher war und habe nicht in irgendwelchen Bereitschaftzimmer meine Nächte wie früher im Krankenhaus verbracht. Ausserdem sind die Dienste viel häufiger geworden (- Man wird eingeteilt, und wird sie gerade im ländlichen Gebiet nicht mehr los.). Und zu guter letzt hat man auch mehr dabei verdient. Ich, als Familienvater von 3 Kindern finde die BDZ als Rückschritt und als familienfeindliche Einrichtung, aber es wird halt den jungen (noch nicht wissenden Ärzten) als besseres Model offeriert.

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